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05. 12.

//DO NOT DISTURB// – "gib jedem seinen eigenen Tod?"

Podiumsdiskussion zum Thema "Sterbehilfe" - Veranstaltung in der Europäischen Kunstakademie in Trier

Über drei Viertel der Deutschen möchten bei einer schweren Erkrankung die Möglichkeit haben, auf ärztliche Hilfe bei der Selbsttötung zurückgreifen zu können. Doch der ärztlich begleitete Suizid wurde im Jahre 2015 durch die Einführung des Strafrechtsparagraphen 217 quasi unmöglich gemacht. Über die gesellschaftlichen und individuellen Probleme im Umgang mit dem Tod, insbesondere mit dem Suizid, diskutieren Prof. Dr. Johannes Brantl (Professor für Moraltheologie an der Theologischen Fakultät Trier) und Florian Chefai (stellvertretender Chefredakteur des Humanistischen Pressedienstes).

Die Podiumsdiskussion findet im Anschluss an das Theaterstück "//norway.today – Der Suizid als Ausdruck individueller Freiheit und als Symptom einer sinnsuchenden Gesellschaft" statt. In Anlehnung an das Theaterstück und den Suizid der Protagonisten sollen die Möglichkeiten eines sinnhaften Lebensentwurfs inmitten unserer individualisierten und ausdifferenzierten Gesellschaft diskutiert werden.

Prof. Dr .Johannes Brantl ist seit 2008 als Professor für Moraltheologie an der Theologischen Fakultät Trier tätig, der er seit 2015 auch als Rektor vorsteht. In seiner Forschung beschäftigt er sich neben zahlreichen aktuellen ethischen Problemen insbesondere auch mit Fragen der medizinischen Ethik. Bei der Beschäftigung mit Trauerbegleitung, Suizidprävention und dem Umgang mit psychischen Erkrankungen reflektiert Brantl dabei unser Verhältnis zum Tod sowie den Wert des Lebens aus christlicher Perspektive.

Florian Chefai studiert Philosophie und Soziologie an der Universität Trier und ist Hochschulgruppensprecher der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung. Seine inhaltlichen Schwerpunkte liegen bei Fragen der Ethik, Rechtsphilosophie und Ideengeschichte. Als Redakteur schreibt er unter anderem für den Humanistischen Pressdienst und das Online Magazin "Dubito".

Moderation: Anne Schaaf
Anne Schaaf ist Journalistin und Historikerin. In beiden Bereichen hat sie sich auf die Diskursivierung sowie auf den gesellschaftlichen Umgang mit dem Tod und der Sexualität spezialisiert. Neben ihrem Masterstudium an der Université du Luxembourg arbeitet sie freischaffend an disziplinenübergreifenden Projekten wie der Wochenzeitung woxx oder dem "Subjective Atlas of Luxembourg".