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Foto: Evelin Frerk

20. 03.

Die bewusste Missachtung Konfessionsfreier in Staat und Politik

Vortrag und Diskussion mit der ehemaligen Spitzenpoltikerin Ingrid Matthäus-Maier in Saarbrücken

37 % der Bevölkerung in Deutschland gehören keiner Religionsgemeinschaft an, ein großer Teil auf der Grundlage einer wohldurchdachten Entscheidung für ein säkulares Leben auf der Basis einer humanistischen Weltsicht. Die Freiheit, keiner Religionsgemeinschaft anzugehören, ist verfassungsrechtlich garantiert, und die Trennung von Kirche und Staat gehört unbestritten zum Erbe der europäischen Aufklärung. Wie steht es aber um die Repräsentanz konfessionsfreier Menschen im öffentlichen Raum? Warum ist diese Gruppe in Gremien und Parteien noch immer erheblich unterrepräsentiert? Und welche Probleme können daraus in verschiedenen Lebensbereichen erwachsen, wie z.B. Schule, Sozialwesen und Arbeitsleben? Ingrid Matthäus-Maier wird diese Fragen erörtern und ihre eigenen Erfahrungen schildern.

Ingrid Matthäus-Maier studierte Rechtswissenschaft in Gießen und Münster und war danach bis 1976 als Verwaltungsrichterin in Münster tätig. 1969 trat sie in die F.D.P. ein. 1972 wurde sie Bundesvorsitzende der Jungdemokraten. Nach dem Koalitionswechsel 1982 ("geistig-moralische Wende") trat sie aus der F.D.P aus und in die SPD ein. Sie war Mitglied des Bundestages von 1976 bis 1982 und von 1983 bis 1999 und wurde mit mehreren Rednerpreisen ausgezeichnet, u.a mit dem CICERO-Rednerpreis (1998). Ingrid Matthäus-Maier ist Mitglied im Kuratorium der Friedrich-Ebert-Stiftung und engagiert sich seit 2008 als Beiratsmitglied in der Giordano-Bruno-Stiftung. Sie setzt sich für eine Entflechtung von Staat und Kirche ein, unter anderem für die Abschaffung der Kirchensteuer und eine Aufhebung der Staatskirchenverträge und Konkordate. Zudem ist sie Sprecherin der Kampgane "Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz" (GerDiA).

Anmeldung:
Carmen Oschmann
Telefon: 0681 - 906 26 - 21