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21. 08.

"Eine Prämie für Irene"

Präsentation des Films von Helke Sander mit anschließender Diskussion - Veranstaltung in Berlin

1968 begann die zweite Welle der Frauenbewegung. "Eine Prämie für Irene" ist der erste Film, der die Diskussion der Frauenbewegung über den Zusammenhang zwischen privatem und öffentlichem Bereich aufnimmt. Der 50-minütige Streifen handelt von der Rebellion von Arbeiterinnen in einer Waschmaschinenfabrik. Deren zentrale Figur Irene – das erfahrt man gleich zu Beginn – soll keine Prämie erhalten, weil sie sich zu viel »herausnimmt«.

Die Zuschauer und Zuschauerinnen erleben Irene nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch mit ihren Kindern im Mietshaus, beim Spaziergang durch das nächtliche Wohnviertel, in der Kneipe und im Treppenhaus. Irene ist eine alleinstehende Frau mit zwei Kindern.

Die Filmemacherin und Autorin Helke Sander hat als Mitbegründerin der ersten "Kinderläden" wesentlich zur Liberalisierung der Gesellschaft in Deutschland beigetragen. Ihre berühmte, von einem Tomatenwurf begleitete Rede auf dem SDS-Kongress 1968, in der sie den männlichen Führungsfiguren der Studentenbewegung vorwarf, nicht genügend zu beachten, dass "das Private politisch" sei, gilt heute als Initialzündung der zweiten Welle der Frauenbewegung.

Auch in ihren späteren Filmen, Büchern und Artikeln hat sich Helke Sander (seit 2017 Mitglied im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung) immer wieder mit den Themen "Gleichberechtigung" und "Erziehung" auseinandergesetzt, so auch in ihrem Buch "Die Entstehung der Geschlechterhierarchie", das die Autorin 2017 veröffentlichte.

Auf der Veranstaltung wird es einen Input zur Filmregisseurin und feministischen Aktivistin Helke Sander geben. Im Anschluss an die Präsentation gibt es Gelegenheit, über Form und Inhalt des Films sprechen.

Eine weitere Veranstaltung zur zweiten Welle der Frauenbewegung findet am 11. September mit der Sozialwissenschaftlerin und Historikerin Gisela Notz im Bandito Rosso in Berlin statt.