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15. 02.

Alexandra Kollontai: Eine revolutionäre Feministin mit vielen Leben

Vortrag von Historikerin und Sozialwissenschaftlerin Gisela Notz in Oberhausen

Alexandra Kollontai (1872 - 1952) gilt als eine der bedeutendsten russischen Revolutionärinnen und Feministinnen. Sie war Internationalistin, Antikriegsaktivistin und vor allem eine leidenschaftliche Kämpferin für die Befreiung der Frauen. Ihr ist es maßgeblich zu verdanken, dass bereits wenige Monate nach der Oktoberrevolution die Liberalisierung des Scheidungsrechts beschlossen und der Schwangerschaftsabbruch legalisiert wurde.

In keinem anderen europäischen Land gab es zu dieser Zeit derartig fortschrittliche Gesetze. In den 1930er Jahren kam es jedoch unter Stalin zu einem Roll-Back. Ehe und Familie wurden zum integralen Bestandteil der sozialistischen Gesellschaft erklärt. Diese Entwicklung widersprach Kollontais Verständnis, dass die Befreiung der Arbeiter*innen nur durch die Revolutionierung der Geschlechterverhältnisse und der herrschenden Sexualmoral möglich werden kann. Sie stand in einem kritischen, aber solidarischen Verhältnis zur Politik der Bolschewiki und Lenin. Die Historikerin Dr. Gisela Notz wird Lebensweg, Ziele und Utopien von Alexandra Kollontai und ihren bleibenden Einfluss auf die sozialistische Frauenbewegung darstellen.

Gisela Notz ist Sozialwissenschaftlerin und Historikerin und hat Lehraufträge an verschiedenen Universitäten. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen neben der alternativen Ökologie in der Arbeitsmarkt-, Familien- und Sozialpolitik und in der historischen Frauenforschung. Sie ist Mitglied im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung.