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Foto: Evelin Frerk

24. 10.

"Die verborgene Natur der Liebe"

Ein Vortrag von Prof. Dr. Thomas Junker in Bremen

Es ist riskant zu lieben. Doch Liebe gibt dem Leben Sinn und verspricht einzigartige Momente der Lust. Die Biologie bewahrt uns bei der Suche nach Liebesglück und sexueller Lust vor falschen Ideen über unser Liebesleben. Sie deckt die Weltfremdheit der traditionellen Sexualmoral ebenso auf wie die Lebensfeindlichkeit gerade angesagter gesellschaftspolitischer Vorstellungen.

Die verborgene Natur der Liebe erklärt, warum wir Sex haben. Und zwar sehr viel häufiger und sehr viel spielerischer, als es zur Fortpflanzung nötig ist. Sie beschreibt die Vielfalt der Beziehungsformen. Und sie gibt Regeln an für die Suche nach dem richtigen Partner oder der richtigen Partnerin. Die in den Genen gespeicherten evolutionären Erfahrungen verraten uns, welches Verhalten erfolgversprechend ist und welches nicht, warum wir so fühlen, wie wir fühlen. Warum beispielsweise das Leben in einer Zweierbeziehung so erstrebenswert ist, und warum gleichzeitig das Fremdgehen, angefangen mit einem harmlosen Flirt, so unwiderstehlich sein kann.

Thomas Junker zeigt, dass das, was wir Liebe nennen, nichts Selbstverständliches ist, sondern dass alles auch ganz anders sein könnte. Sein so unaufgeregtes wie aufregendes Buch gibt einen Eindruck davon, wie sehr wir im Grunde unseres Herzens Naturwesen geblieben sind, denen der kulturelle Zuckerguss von Moral und Erziehung nur wenig anhaben konnte.

Thomas Junker ist apl. Professor an der Fakultät für Biologie der Universität Tübingen. Nach Forschungsaufenthalten in Cambridge (GB) und bei Ernst Mayr am Department of the History of Science der Harvard University in Cambridge (Mass., USA) forschte er 1996-2002 zur Geschichte und Theorie der Biologie am Lehrstuhl für Ethik in der Biologie an der Universität Tübingen und habilitierte sich dort 2003. Buchpublikationen u.a.: „Die Entdeckung der Evolution: Eine revolutionäre Theorie und ihre Geschichte" (mit U. Hoßfeld, Wiss. Buchges. 2009, 2. Aufl.), „Die 101 wichtigsten Fragen - Evolution" (Beck, 2011) und „Die Evolution der Phantasie: Wie der Mensch zum Künstler wurde" (Hirzel, 2013).